Reha in der Seeklinik Zechlin 3

Ich erlebte den Reha-Alltag in der Seeklinik Zechlin im Januar/ Februar 2021 unter eingeschränkten Pandemiebedingungen.

Hygieneregeln

Bereits bei der Anreise wurde bei jedem Neuankömmling ein Corona-Schnelltest gemacht. Erst mit positivem Testergebnis nach ca. 15 Minuten durfte die Klinik betreten werden.

Jeden Morgen vor 8 Uhr mussten alle Patient*innen ins Dienstzimmer zum Fiebermessen. Außerdem konnte man sich täglich eine kostenlose medizinische Gesichtsmaske abholen. Eine FFP2-Maske, die während der Therapiesitzungen verwendet werden sollte, wurde wöchentlich ausgegeben. Außer bei den Mahlzeiten und im eigenen Zimmer musste in der gesamten Klinik jederzeit eine medizinische Gesichtsmaske getragen werden und ausreichend Abstand zu anderen gehalten werden. Die Mahlzeiten fanden deshalb nicht zeitgleich, sondern versetzt in drei Durchgängen statt, um auch im Speisesaal und an den Tischen ausreichend Abstand wahren zu können. Selbstverständlich stand überall Händedesinfektionsmittel zur Verfügung.

Mahlzeiten

Das Essen schmeckte total gut und war abwechslungsreich. Mittags standen täglich vier verschiedene Essen zur Auswahl. Weiterhin gab es montags zusätzlich die Möglichkeit, nur Reis zu essen („Reistag“). Einige an meinem Tisch nutzten dies gerne, um Gewicht zu reduzieren. Das Mittagessen wurde am Platz serviert. Wegen der strengen Coronabestimmungen wurde morgens und abends kein offenes Buffet angeboten. Dies soll „vor Corona“ üblich gewesen sein. Frühstück und Abendessen ließ man sich an einem vom Personal bedienten Buffet nach eigenem Wunsch zusammenstellen.

WLAN

Die Bedingungen für die Nutzung des WLAN verbesserten sich ab Februar 2021. Es gab nun zwei Möglichkeiten, das WLAN zu nutzen: entweder kostenlos mit limitierter Bandbreite oder unlimitiert zum Preis von 10 EUR/ Woche bzw. 2,50 EUR/ Tag. Für die Freischaltung des Zimmertelefons und des Fernsehers musste bezahlt werden (TV 1,30 EUR/ Tag).

Freizeitgestaltung

Die Winterabende konnten ganz schön lang werden. Denn leider durften Abendveranstaltungen in der Pandemiezeit nicht angeboten werden. Langjährige Kenner*innen der Klinik berichteten von interessanten Vorträgen, z. B. über Theodor Fontane oder Kurt Tucholsky, die in dieser Gegend lebten und schrieben. Die monatliche Tanzveranstaltung „Tanz in den Bandagen“ soll legendär sein. Da diese und andere Angebote wegfielen, traf ich mich abends mit anderen Frauen zum Kartenspielen in der Cafeteria, las Bücher oder nutzte in meinem Zimmer die Streamingdienste für Filme oder Serien.

Fazit

Ich bin nach drei Wochen mit einem sehr guten Behandlungserfolg nach Hause gefahren. Mein Lymphödem hat sich verbessert und das Bein ist wieder etwas schlanker geworden. Die Kompressionsversorgung passt hervorragend. Bei der Zehenkappe habe ich auch mal ein neues Material ausprobiert, was mir ziemlich gut gefällt.

Alle Mitarbeitenden in der Klinik waren sehr freundlich und wirklich immer bemüht, uns den Aufenthalt so angenehm und unkompliziert wie möglich zu gestalten. 

Die Natur um die Seeklinik Zechlin herum ist wahnsinnig schön. Wer noch gut zu Fuß ist, kann hier schöne Wege laufen und immer was Neues entdecken.

Und wer neben der Behandlung seiner lymphologischen Erkrankung auch Ruhe und Entschleunigung sucht, ist in der Seeklinik Zechlin genau richtig aufgehoben. 


(Foto: Fahrradweg von Flecken Zechlin nach Dorf Zechlin)