Reha in der Seeklinik Zechlin 2

Während meiner Reha in der Seeklinik Zechlin erhielt ich täglich Manuelle Lymphdrainage (MLD) und das Bein wurde bandagiert. Am Ende der Reha versorgte das Sanitätshaus mein Bein mit neuen Kompressionsstrümpfen.

Manuelle Lymphdrainage und Bandagierung

Aufgrund meines Krankheitsbildes „Sekundäres Lymphödem“ verordnete mir eine Klinikärztin der Seeklinik Zechlin manuelle Lymphdrainage (MLD) zweimal täglich, a 45 Minuten. Darin war auch das Bandagieren meines Lymphödem-Beins enthalten. Ich war morgens um 7 Uhr die erste Patientin bei meiner Lymphtherapeutin und wurde gegen Mittag noch einmal gelympht und bandagiert. An den Wochenenden gab es in der Reha zwar keine manuelle Lymphdrainage, aber alle Patient*innen wurden sowohl samstags als auch sonntags einmal bandagiert und konnten dann den ganzen Tag aktiv sein. 

Das Bandagematerial bestand neben einer Mullbinde für die Zehen, dem Schlauchverband als Hautschutz und diversem Polstermaterial vor allem aus Kurzzug- und Langzugbinden. Eine leichte Langzugbinde wurde über den Fuß gewickelt und auf Unter- und Oberschenkel kam nach dem Auflegen der klassischen Kurzzugbinden der sog. „Mörder“, eine Langzugbinde. Bandagematerial und -technik waren vergleichbar mit dem, was ich schon aus der Reha-Klinik in Bad Berleburg kannte. Wie in Bad Berleburg wurde auch in der Seeklinik Zechlin nachts nicht bandagiert.

Meine Lymphtherapeutin hat ihre Sache sehr gut gemacht. Das Gewebe ist wieder deutlich weicher geworden, der Beinumfang reduzierte sich um 1-2 cm, was für mich ein Riesenerfolg ist.  Die Wade wurde schlanker und ich konnte auch meine Knöchel wieder erkennen. 

Herzensthema Selbstbandage

Es gehörte leider nicht zum therapeutischen Konzept der Klinik, alle Patient*innen in die Kunst der Selbstbandage einzuführen und mit ihnen gemeinsam das selbstständige Wickeln zu üben. Das fand ich ein bisschen schade, weil ich in Bad Berleburg sehr gute Erfahrungen damit gemacht hatte. Entsprechend wurde man nach Ende der Reha auch nicht mit einem Karton Bandagematerial (Lymphset) ausgestattet, um es zu Hause nach Bedarf einsetzen zu können. 

Das Thema Selbstbandage liegt mir wirklich am Herzen. Ich finde es wichtig, dass wir Lymphödem-Betroffene noch mehr Selbstwirksamkeit in Bezug auf unsere Erkrankung erleben. Nichts ist frustrierender, als sich seinem eigenen Körper hilflos ausgeliefert zu fühlen. Wir sollten die Erfahrung machen, dass wir schwierige Anforderungen, z. B. eine Verschlechterung des Lymphödems, mit unseren eigenen Kompetenzen bewältigen können. Da steht bei mir die Selbstbandage ganz weit vorn und die Reha könnte ein ideales Lernfeld sein. Ich bin wirklich froh, dass ich diese Möglichkeit der Selbststeuerung bereits an anderer Stelle gelernt habe.

Neue Kompressionsversorgung

Ich blieb drei Wochen in der Seeklinik Zechlin. Mein Bein wurde bereits nach der Hälfte der Zeit im Sanitätshaus Schaub vermessen. Grund dafür war, dass die Krankenkassen seit einigen Jahren nicht mehr gestatten, die Zweitversorgung per Post zu verschicken. Um also auch die Zweitversorgung noch während meiner Reha-Zeit zu erhalten, musste das Bein schon so früh vermessen werden. Die erfahrene Sanifee hatte jedoch Verbesserungen des Umfangs eingeplant, sodass die Strümpfe auch bei Reha-Ende mit etwas schlankerem Bein perfekt passten. Das Sanitätshaus Schaub befand sich in einem der beiden Klinikgebäude. 

Ich fand es super, dass dem Sanitätshaus meine Messwerte aus der letzten Messung von der Reha 2016 in Bad Berleburg vorlagen. Die Unterlagen wurden mit meinem Einverständnis vom Rentenversicherungsträger angefordert. Es hat mich total gefreut, als mir gesagt wurde, dass ich die Abschlusswerte von 2016 wieder erreicht hätte. Und das Bein sah wirklich deutlich schlanker aus als zu Beginn der Reha. Ein großer Erfolg!

Da ich im rechten Bein und im Genitalbereich ödemfrei bin, erhielt ich folgende Versorgung:

2 Oberschenkelstrümpfe links (Jobst Elvarex, KKL. 3 forte) und

2 Zehenkappen (Jobst Elvarex soft seemless, KKL. 2). 

Weil ich mit Jobst Elvarex seit Jahren sehr zufrieden bin, habe ich mich auch dieses Mal wieder für dieses Produkt entschieden. Das Sanitätshaus bietet neben Jobst aber auch Kompressionsversorgungen anderer Hersteller an, z. B. Juzo oder medi.

Teil 3: Klinikalltag in der Seeklinik Zechlin

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Ich möchte darauf hinweisen, dass ich kein Geld für die Nennung von Produkt- und Firmennamen erhalte. Ich bin von keinem Hersteller gekauft und berichte unabhängig.