Lymphologische Reha

2016 fuhr ich zu meiner ersten lymphologischen Reha, und zwar in das Ödemzentrum Bad Berleburg. Während des vierwöchigen stationären Aufenthalts erhielt ich täglich zwei manuelle Lymphdrainagen (MLD). Mein linkes Bein wurde im Anschluss an die MLD zur Entstauung bandagiert. Mit dem bandagierten Bein ging ich zur Entstauungsgymnastik, machte Spaziergänge oder drehte Nordic-Walking-Runden in der näheren Umgebung. Sitzen war nahezu unmöglich, denn das Bein war fest gewickelt und der hohe Druck nur in Bewegung zu ertragen.

Zusätzlich konnte ich in der bandagefreien Zeit, also früh morgens und abends, das klinikeigene Schwimmbad nutzen. Das war wirklich großartig. Entweder allein oder im Rahmen des therapeutischen Angebots in der Gruppe trainierten wir unseren Lymphfluss.

Medizinisch-therapeutische Vorträge halfen mir dabei, die Erkrankung zu verstehen und klärten über die Erysipelprophylaxe auf. Im Gespräch mit Therapeut*innen, Ärzt*innen und Betroffenen lernte ich viel über den Umgang mit dem Lymphödem und erhielt Tipps zur Gestaltung des Alltags.

Was hat’s gebracht?

Durch die Entstauung verringerte sich mein  Beinumfang erheblich und Verhärtungen konnten zum großen Teil gelöst werden. 1,5 Jahre nach der Reha stelle ich fest, dass der Zustand meines Beins stabil geblieben ist. Selbst Verschlechterungen –  ausgelöst durch Hitze, langes Sitzen oder starke körperliche Belastung – sind immer rückläufig gewesen. Besonders das Erlernen der Selbstbandagierung half mir danach in Notsituationen. Durch die Selbstbandage in Verbindung mit Bewegung, um Muskelpumpe und Lymphabfluss zu aktivieren, erreiche ich zuverlässig Verbesserungen. Allein diese Sicherheit macht mich im Alltag mutiger, auch mal Dinge zu tun, die das Ödem zwar fördern, aber Spaß machen oder gerade nicht vermeidbar sind.

Meine Erfahrung nach der Reha

Verschlechterungen des Ödems sind natürlich ärgerlich, können aber durchaus umkehrbar sein. Wichtig ist, so gut wie möglich darauf vorbereitet zu sein und schnell reagieren zu können.