Lymphödem und Skinny Jeans?

The next step! Nachdem ich im letzten Sommer fast täglich Shorts getragen habe und sich die Öffentlichkeit erstaunlich wenig daran störte, war in diesem Winter unvermeidlich der nächste Schritt an der Reihe: die Skinny Jeans.

Ich liebe ja meine schwarzen Marlene-Hosen, weil sie cool zu Turnschuhen aussehen, bequem und einfach lässig sind. Obwohl ich so gar keine Fashionista bin und mich mit wenigen Klamotten im Schrank auch wohl fühle, fand ich schwarze weite Hosen für die lange Herbst-Winter-Frühling-Saison doch ziemlich langweilig. Nach ein paar Jahren hatte ich wirklich keine Lust mehr. Ich wollte so gern rumlaufen wie (gefühlt) alle!

Inspiriert von der Instagram-Gemeinschaft unter #lymphedema habe ich den Versuch gewagt und mir eine superstretchige Röhrenjeans gekauft. Wichtig war, dass die Jeans einen hohen Elastan-Anteil hat, damit ich sie über mein Lymphbein bekomme und mich auch noch darin bewegen kann. Letztlich wurde es dann eine Herren-Jeans, weil mir bei den Damen einfach keine Hose passte. Und ich bin der Farbe schwarz treu geblieben. Schwarz ist nicht nur schön, sondern schluckt auch Licht und lenkt die Aufmerksamkeit auf Strahlenderes in der Umgebung. So ist zumindest meine Theorie, wenn es um das Kaschieren meines Lymphbeins geht.

Skinny Jeans sind genial! Warum?

Sie bleiben beim Fahrradfahren nicht in der Kette hängen.

Sie passen problemlos über Kompressionsstrümpfe.

Sie sind superbequem und machen jede Bewegung mit.

Sie lassen an kalten Tagen weniger Wind durch und halten wärmer.

Natürlich fällt so viel mehr auf, dass ein Bein dicker ist als das andere. Aber es ist wieder ein Stück mehr Lebensqualität, das ich zurückgewonnen habe. Nach fünf Jahren mit Lymphödem bin ich froh, mich getraut und es einfach gemacht zu haben. Ich laufe jetzt in meiner Skinny Jeans durch die Stadt als wäre mein Aussehen völlig selbstverständlich.

Und das ist es für mich ja auch.