Kompressionsstrümpfe

Jeden Tag. Und den ganzen Tag.

Morgens ziehe ich die Kompressionsstrümpfe an und erst abends wieder aus. Ohne sie könnte ich nicht mehr leben. Jedenfalls nicht so gut, wie ich es heute kann.

Ich gebe zu, die ersten ein bis zwei Jahre mit den Kompressionsstrümpfen fielen mir sehr schwer. Morgens quälte ich mich schon beim Anziehen und ärgerte mich dann den ganzen Tag darüber, dass die Strümpfe zu warm waren oder drückten, rutschten usw. Außerdem störte ich mich am Image der Stützstrümpfe. Unsere Omas trugen sie, wisst ihr noch…?

Im Sommer 2016 fuhr ich dann zu meiner ersten lymphologischen Reha. Am Ende der vierwöchigen Entstauungstherapie (Bandagierung + Bewegung) wurde ich von einer Sanitätshausmitarbeiterin beraten und war entsetzt! Sie schlug mir doch tatsächlich keinen Einzelstrumpf bis zur Leiste mehr vor, sondern riet mir dringend zu einer Strumpfhose mit einem langen Bein für das linke „Lymphbein“ und einem „Radler-Bein“ für das nicht betroffene rechte Bein. Außerdem sei meine bisherige Kompressionsklasse 2 nicht ausreichend. Sie würde auf KKL3 forte erhöhen. Schluck!

Aber OK. Ich habe mich darauf eingelassen. Und es nicht bereut. Ohne diese dicken, steifen, engen, beigefarbenen Strümpfe will ich nicht mehr sein. Wenn ich sie trage, spüre ich mein schweres Bein nicht mehr. Kein Witz!

Inzwischen fahre ich alle 6 Monate von Hamburg in meine Reha-Klinik nach Bad Berleburg. Im dortigen Sanitätshaus lasse ich mir meine Folgeversorgung anpassen. Und ich weiß, dass sie passt und es mir gut damit geht. Klar gibt es auch bei mir schlechte Tage, aber selten mehr als einen in Folge und Hochlegen hilft immer! 

Beim Lymphödem ist wichtig, dass die Kompressionsstrümpfe flachgestrickt sind, also mit einer flachen, elastischen Naht zusammengenäht wurden. Dieses Gestrick gibt dem Ödem nicht nach, da es mit unterschiedlicher Maschenzahl der Körperform nachgestrickt ist.  Bei Bewegung entsteht ein hoher Arbeitsdruck, der die optimale Komprimierung des Gewebes ermöglicht. Mein Lymphtherapeut in der Reha nannte diesen Strumpf schlicht „Arbeitsstrumpf“. Ich finde, das trifft es ganz gut. Um Schönheit geht es schon lange nicht mehr. Und über Stützstrümpfe kann ich nur noch milde lächeln…

Zum Anziehen nutze ich diese Anziehhilfen.

Meine Kompressionsstrümpfe (Grundversorgung):

Kompressionsstrümpfe
Strumpfhose: Jobst Elvarex, KKL3 forte (linkes Bein) und KKL2  (Leibteil und Radlerbein), ohne Spitze, flachgestrickt
Zehenkappe links: Juzo, KKL1, flachgestrickt
Elastische Schaumstoffeinlage für empfindliche Kniekehlen (Maße: ca. 19x13cm)

Einzelstrumpf

Ich bin sehr froh, neben meiner Kompressions-Grundversorgung auch einen einzelnen Kompressionsstrumpf fürs linke Bein zu haben, der bei besonderen Gelegenheiten unentbehrlich geworden ist.

Zum Beispiel:

  • als zweite Kompression über der Strumpfhose (etwa bei langen Autofahrten und manchmal beim Sport),
  • an gaaanz heißen Tagen, wenn die Hitze mir auf Bein und Stimmung schlägt und ich’s nicht mehr aushalte in der Strumpfhose ,
  • nach dem Schwimmbadbesuch, wenn Haut und Luft zu feucht sind, um die Strumpfhose anzuziehen.
Kompressionsstrumpf
Schenkelstrumpf: Jobst Elvarex, KKL3 forte (linkes Bein), ohne Spitze, flachgestrickt

Ich wasche die Strümpfe nach jedem Tragen bei 40°C mit einem Vollwaschmittel und lasse sie an der Luft trocknen.


Ich möchte darauf hinweisen, dass ich kein Geld für die Nennung von Produkt- und Firmennamen erhalte. Ich bin von keinem Hersteller gekauft und berichte unabhängig.