Buchtipp: Leben mit dem Lymphödem (Kirsten Schade)

Kirsten Schades Buch „Leben mit dem Lymphödem – Erfahrungen und praktische Tipps für Betroffene und Interessierte“ ist 2016 erschienen.

Die Autorin (Jg. 1961, mit primärem Lymphödem seit der Geburt) schreibt im ersten Kapitel über die langwierige Diagnosestellung und den Mangel an therapeutischen Möglichkeiten bis in die 80er Jahre hinein. Ich muss gestehen, dass ich so gut wie nichts über den medizinischen Fortschritt der letzten Jahrzehnte im Bereich Lymphologie wusste. Es hat sich da doch einiges getan. Auch wenn es einem relativen „Neuling“ wie mir nicht so scheint und ich mir auf jeden Fall noch viel mehr Bewegung in Forschung und Therapie wünschte.

Kirsten Schade berichtet über die ambulante Versorgung des Lymphödems – also über manuelle Lymphdrainage, das Bandagieren und die Kompression. Die Themen stationäre lymphologische Reha, Psychotherapie und Bewegung mit Lymphödem werden ausführlich behandelt. Sie geht auch auf die Möglichkeiten alternativer Behandlungsformen ( wie Osteopathie, Fußreflexzonenmassage, Kinesio–Taping u. a.) ein und versorgt mit lymphologisch relevanten Adressen und Kontakten.

Besonders informativ waren für mich persönlich die Kapitel über Komplikationen der Erkrankung  (z. B. Erysipele/ Wundrosen, Lymphzysten) und ihre Recherchen zu operativen Behandlungsmöglichkeiten.

Kirsten Schades offener Umgang mit ihrer persönlichen Geschichte hat mich sehr beeindruckt. Ebenso ihr profundes Expertinnenwissen einer Betroffenen. Diesen kompakten Ratgeber einer Betroffenen hätte ich mir schon zwei Jahre zuvor gewünscht, als mein Lymphödem begann. Für mich sollte das Buch „Leben mit dem Lymphödem“ von Kirsten Schade zum Standardwerk für Lymphödem-Betroffene werden.  Es steht wirklich alles drin, was wir Lymphies über den praktischen Umgang mit unserer Erkrankung wissen müssen!

Vielen Dank für dieses Buch!