Aktiv mit Lymphödem im Sommer

Wer im Sommer aktiv sein möchte, liegt mit diesen Sportarten, die alle im Freien betrieben werden können, genau richtig. Sie eignen sich besonders für Betroffene mit Beinlymphödemen und bringen den Lymphabfluss in Schwung. Die Bewegung an der frischen Luft wirkt sich nicht nur positiv auf das Lymphsystem aus, sondern stärkt auch das Immunsystem und dient der Entspannung.

Wandern

Als echte Flachländerin liebe ich den Norden mit seinen weiten Horizonten und der tollen Ost-und Nordsee. Das sommerliche Strandleben ist mit einem Lymphödem allerdings nicht mehr so das Richtige. Und wer jemals im Sommer  barfuß an einem Fuß und mit Komprie am anderen durch Nordseeschlick gelaufen ist, weiß, dass das irgendwie keinen Spaß mehr macht…

In den Bergen wandern zu gehen ist das totale Kontrastprogramm, aber mindestens genauso schön wie Wattwandern ohne Gummistiefel. In diesem Sommer bin ich zum ersten Mal lange Strecken alpin gewandert und habe festgestellt, dass es mit zunehmender Höhe wirklich immer schöner wird. Die Strapazen des Aufstiegs haben sich für die tollen Aussichten immer gelohnt und waren schnell vergessen. Ich hätte aber nicht gedacht, dass Wandern so anstrengend sein kann. Gerade bei den Auf- und Abstiegen kam ich an meine Grenzen. Aber das Gefühl, einen Berg oder eine Gipfelwanderung geschafft zu haben, ist so schön!

Mein Lymphbein brauchte danach immer zwei Tage Schonung. Nachts wickeln war unverzichtbar, um die Schwellung in Griff zu kriegen.

Schwimmen

In warmen Sommern beginnt bereits im Mai die Badesaison in den heimischen Seen. Nichts wie rein ins kühle Nass!

Fahrrad fahren

Lymphies, die gern mit dem Rad fahren, tun nicht nur was Gutes für die Umwelt, indem sie aufs Auto verzichten, sondern auch für ihr Lymphsystem. Die Wadenmuskelpumpe wird beim Treten aktiviert und verbessert den Lymphabfluss. Im Urlaub in den Bergen habe ich mir auch schon mal ein E-Bike ausgeliehen und fand das bisschen Extra-Anschub ziemlich toll. Wenn die Beine bei längeren Strecken schnell ermüden oder der Kompressionsstrumpf im Knie zwickt, immer mal wieder kleine Pausen machen, die Beine ausstrecken und möglichst hochlagern.

Nordic Walking

Eine meiner liebsten Ganzjahres-Sportarten, die ich auch gerne mit anderen zusammen mache, ist Nordic Walking. Das sanfte und gelenkschonende Ganzkörpertraining mit speziellen Nordic-Walking-Stöcken verbessert den Lymphabfluss. Es ist für Arm- und Beinlymphödem-Betroffene gleichermaßen geeignet.

Nordic Walking ist eine sehr gute Ausdauersportart, stärkt die Muskulatur (Rücken, Schultern, Beine, Gesäß) und das Herz-Kreislauf-System. Nordic Walking ist deutlich gelenkschonender als Jogging. Denn die Gelenke werden viel bewegt, aber nicht so stark wie beim Jogging belastet. Und was für Beinlymphies noch wichtiger ist: Die Belastung des Lymphödems ist beim Nordic Walking geringer als beim Joggen. Da der Bremsweg hier größer ist, sind die Stöße beim Aufkommen der Füße nicht so hart – und die Dämpfung ist höher.

Ich selbst bevorzuge einen athletisch-dynamischen Laufstil, um Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit zu trainieren. Die Technik habe ich während meiner onkologischen Reha gelernt. Bei ziemlich strengen Therapeuten, die mich immer wieder zurück auf die Übungswiese schickten, bis ich die Bewegungsabläufe beherrschte. Wenn ich auf Park- oder Waldwegen unterwegs bin, jogge ich manchmal auch kurze Stecken. Das halte ich aber nicht lange durch, da sich mein Bein ziemlich schnell schwer anfühlt und die Ödembelastung deutlich spürbar ist.

Und nicht vergessen:

Immer Kompression tragen!

(Außer im Wasser natürlich)

Es gibt einige andere tolle Sommersportarten, die leider nicht mehr so gut gehen. Besonders neidisch sehe ich immer auf die immer größere werdende Zahl der Stand-up-Paddler auf vielen Seen und auch auf der Hamburger Alster und den vielen Kanälen. Aber nur auf diesem Brett stehen und sich nicht viel bewegen können? Wie soll das gehen? Mein Bein schwillt schon beim Zusehen an… Schade, wirklich schade…